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Yoko

  • Posted on:  Sunday, 06 July 2014 20:56
Yoko wurde am 31.07.2018 erneut vermittelt.

Update: Nach anfänglichen sehr erfreulichen Nachrichten wurde die aufgrund ihrer Vorgeschichte extrem schwierige Yoko leider sowohl gegenüber dem neuen Besitzer als auch dem Ersthund aggressiv und setzte dabei auch ihre Zähne ein. Sie wurde daher zu uns zurückgebracht. 

Update: Yoko wurde am 14.09.14 vermittelt

Rasse: Husky
Alter: geb. 22.11.2009
Geschlecht: weiblich, kastriert

Yoko wird auf der Seite der Polarhunde-Nothilfe vorgestellt, um ihre Vermittlungschancen zu erhöhen. Zusammen mit ihrer Gassigeherin und unseren Hundepflegern haben diese einen sehr schönen Vermittlungstext für sie verfasst:

Die hübsche Huskyhündin Yoko hatte es nicht einfach in ihrem bisherigen Leben. Ein trauriger Fall, in dem sich der Mensch überschätzt hat. Ursprünglich stammt Yoko aus Osteuropa, wo sie an der Kette gehalten und vermutlich auch körperlich gezüchtigt wurde, ehe sie ins „heilsame Ausland" verbracht wurde. Vieles ist aus der Zeit nicht bekannt, allerdings weiß man, dass sie an der Heizung festgekettet wurde, sobald menschlicher Besuch im Hause war. Das lässt rückschließen, dass schon in dieser Zeit einige Verhaltensauffälligkeiten festzustellen waren.

Die Ehe der Besitzer ging in die Brüche, doch behielt der Mann Yoko und zog mit ihr zu seiner neuen Freundin. Diese hatte Zeit und konnte sich viel um die Hündin kümmern. Das erste Jahr in den neuen Lebensverhältnissen tat der Hündin sehr gut und sie war eine ständige und gute Wegbegleiterin. Doch der Mann kam mit Yokos eigenständiger, stolzer Art nicht zurecht und ließ seine Launen an dem Tier aus. Körperliche Züchtigungen standen auf der Tagesordnung und Yoko wurde daher für die Frau immer schwerer im Umgang - es kam auch zu Beißzwischenfällen, da der Hund sich wehrte. In Stresssituationen ist Yoko noch heute ein Typ, der lieber nach vorne gehen würde.

Yoko biss den Hausherren nach den körperlichen Maßregelungen, aber es traf vor allem die Frau, weil sie die meiste Zeit auch nach diesen Vertrauensbrüchen mit ihr verbrachte. Trotz allem wollte sie Yoko nicht abgeben. Berufliche Veränderung und die Trennung von ihrem Lebensgefährten aber ließen keine andere Möglichkeit zu und so fand sich die nordische Schönheit im Tierheim wieder.

Die Hündin fiel in ein Loch und das angeschlagene Vertrauen zum Menschen zeigte sich eindeutig. Der Tierpfleger brauchte Wochen, um soweit Vertrauen aufzubauen, dass sie ihm gestatte, den Zwinger zu betreten und sie ans Geschirr zu nehmen. Es fand sich auch eine Gassigeherin, die mit ihr gut zurechtkommt, denn an sich bringt Yoko durchaus gute Seiten mit sich. Sie ist leinen-führig und wird gerne gestreichelt, wenn sie zu einer Person Vertrauen aufgebaut hat – natürlich nur dann, wenn SIE es möchte. Weder Radfahrer noch Jogger stellen für sie ein Problem dar, auch bei Hundebegegnungen lässt sie sich gut führen. Jagdverhalten ist allerdings vorhanden und wie bei vielen Nordischen ist die Sicherung durch die Leine unabdingbar.

Der Tierheimaufenthalt und das sowieso sehr angeknackste Verhältnis zu Menschen hatten zunächst eine Operation verhindert, Yoko konnte nicht kastriert werden, weil sie sich gar nicht erst in Narkose legen ließ. Dies begünstigte erneute Verhaltensänderungen, die durch die Scheinschwangerschaft ausgelöst wurden (Verteidigen von Gegenständen, aggressives Verhalten, Übellaunigkeit). Längere Zeit war Yoko dadurch noch isolierter, doch mit Abklingen der Symptome stellte sich eine Besserung im Verhalten ein. Der Versuch, sie mit einem anderen Hund zu vergesellschaften, scheiterte deswegen aber. Allerdings ist die Einschätzung des Tierheims, dass Yoko sich bei einem souveränen und höflichen Rüden auch von ihrer charmanten Seite zeigen würde, denn im Tierheimalltag ist sie von einigen dort lebenden Rüden sehr angetan.
Mittlerweile konnte Yoko kastriert werden, so dass weitere hormonell bedingte Verhaltensänderungen ausgeschlossen sind.

Die Hündin neigt zur Ressourcenverteidigung, das sollte bei einem vorhandenen Hund bedacht werden (auch hier braucht es keine "Rangreduktionsmaßnahmen", sondern kundiges Vorgehen und Voraussicht!).

Yoko muss dringend in ein stabiles Umfeld zu Menschen, die hundliche Körpersprache gut lesen können und sehr viel Verständnis für den Nordischen aufbringen. Yoko zu brechen ist dabei nicht der Weg – dieser Hund hat bereits gelernt, sich im Ernstfall zu verteidigen. Stattdessen braucht sie eine verständnisvolle Person an ihrer Seite, so wie es die Gassigeherin ist, die ihr viel Geduld entgegenbringt.

Die typvolle Nordische reagiert aufgrund ihrer Vergangenheit sehr empfindlich und aufgebracht auf Lautstärke, allen voran laute menschliche Stimmen. Diese dürften sie an die früheren körperlichen Maßregelungen erinnern. Das verdeutlicht noch einmal, dass sie sanfte Menschen braucht, die sie ohne preußischen Befehlston zu führen wissen und keine übertriebene Erwartungshaltung ihr gegenüber haben. Unter der rauen Schale versteckt sich bei Yoko ein sensibler Kern.

***Wir bitten alle Interessenten zu beachten, dass aufgrund der veralteten Bauweise eine Besichtigung der Hunde im Hundehaus nicht möglich ist. Das gemeinsame Gassigehen ist jedoch eine schöne Möglichkeit, einzelne Hunde besser kennenzulernen. Wer sich ernsthaft für einen bestimmten Hund interessiert, sollte sich daher pünktlich zum Beginn der Gassigehzeiten am Tierheim einfinden oder telefonisch einen Termin vereinbaren!****
Gelesen 6646 x Zuletzt bearbeitet am Sunday, 19 August 2018 22:06
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