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Dienstag 13.10.20

  • Posted on:  Tuesday, 13 October 2020 19:26
Rotterweilerhündin Abby war uns vor einigen Tagen von der Polizei gebracht worden, weil ihr Besitzer sehr kurzfristig ins Krankenhaus musste. Jetzt geht es ihm wieder besser, er fühlt sich aber mit der großen und mit anderen Hunden unverträglichen Abby überfordert. Er hat sich aber mit früheren Besitzern von Abby in Verbindung gesetzt, die sind extra aus Ostfriesland angereist, um Abby wieder zu sich zu holen. Nachdem sich Abby aber schon früher mit ihren anderen Hunden nicht verstanden hatte und sie gesehen haben, dass Abby sich bei uns sehr wohlfühlt und auch schon eine enge Bindung an unsere Pfleger entwickelt hat und nachdem sie erfahren haben, dass wir schon reihenweise Rottweiler (unseren Humphrey, Shelby, Athos, Sam, Ciko und einige andere) erfolgreich vermittelt haben, haben sie beschlossen, Abby bei uns zu lassen.
Abby ist eine gelassene und freundliche Hündin, die am liebsten von jedem Besucher im Hundehaus geknuddelt werden möchte. Abby mag Kinder, kommt mit Katzen und anderen Tieren, die sie von ihrem Leben auf einem Hof kennt, gut zurecht und ignoriert auf Spaziergängen andere Hunde in der Regel. Sie sollte aber lieber nicht mit anderen Hunden zusammenleben. Bei einem früheren Besitzer musste Abby Stachelhalsband und Teletaktgerät tragen, auch eine Schutzhundausbildung musste sie absolvieren. Aufgrund dieser in unseren Augen unmöglichen und grausamen Erziehung ist sie unsicher, neigt aber dazu ihre Menschen zu beschützen. Abby braucht daher souveräne Besitzer, die ihr Entscheidungen abnehmen und das Gefühl vermitteln, dass sie nicht beschützt werden müssen. Mit solchen Menschen wird Abby auch den vorgeschriebenen Wesenstest sicher mit Bravour bestehen.

Verabschieden mussten wir uns von der 16 Jahre alten Stella, die erst vor kurzem im Tierheim eingezogen war. In der letzten Zeit ihres Lebens musste Stella unglaublich viel erdulden. Ihr Besitzer war verstorben, der Sohn sperrte sie einfach in ein Zimmer und kümmerte sich so gut wie gar nicht um die arme alte Dame. Auch Futter und Wasser bekam sie nur sehr unregelmäßig. Nachdem er sie einfach allein auf die Straße schickte, weil er keine Lust hatte, Gassi zu gehen, wurden Nachbarn auf die völlig verwahrloste Hündin aufmerksam und holten die Polizei, die sie zu uns brachte. Bei uns freute Stella sich über regelmäßige Mahlzeiten, besonders schmeckte ihr ein Mitternachtssnack, der ihr abends noch in den Zwinger gestellt wurde, sie schlief sehr viel und wurde zumindest gebadet und von Parasiten befreit. Wir waren ein wenig begriffstutzig, aber irgendwann haben wir doch begriffen, dass Stella, wenn sie verpeilt wirkend durchs Büro irrte und dann vor einem stehenblieb, als ob sie vergessen hätte, wohin sie wollte, durchaus zielgerichtet eine Person gesucht hatte, von der sie hoffte, dass die ihr ein wenig den Rücken schubbern würde. Stellas Gesundheitszustand verschlechterte sich leider, auch der Appetit ließ nach, sie wurde daher stationär im Vet-Zentrum aufgenommen. Dort wurde festgestellt dass sie aufgrund von Herz- und Lungenproblemen  2,5 l Flüssigkeit im Bauch hatte, die abgesaugt wurden. Dazu kamen dann Ödeme unter anderen in den Beinen und im Gesicht. Man stellte Albuminmangel fest und Krebs in der Lunge. Stella bekam Durchfall und erbrach ihr Essen, zuletzt war sie nur noch ein Häufchen Elend. Nachdem klar wurde, dass man sie nur noch von ihrem Leid erlösen konnte, fuhr unser Hundepfleger, zu dem sie bereits eine gute und vertrauensvolle Beziehung hatte, zu ihr und begleitete sie auf diesem letzten Weg. Wir haben sie nur kurz gekannt, trauern aber sehr um diese tapfere Hündin, die so viel erdulden musste und die trotzdem volles Vertrauen in die Menschen bewahrt hatte und sich über jedes freundliche Wort und jede Zuwendung  freute. Wir hätten ihr nur zu gern noch ein liebevolles Zuhause gegönnt, es hatten sich sogar bereits besonders tierliebe Menschen gemeldet, die ihren früheren Hund durch ähnliche Krankheitsbilder verloren hatten und die bereit waren Stella die ihr verbleibenden wenigen Wochen oder Monate noch richtig schön zu machen. Es war ihr leider nicht mehr vergönnt.

Ein anderer Senior hat zu unserer Freude ein richtig schönes Zuhause gefunden und freut sich seines Lebens:
Servus Herr Schlubbe!
Gestern hat Bruno ein neues Spiel erfunden:
Er bleibt zurück und tut so, als ob er intensiv etwas erschnüffeln muss. Wenn ich ca. 50-100 m entfernt bin und Vollgas fahre, kommt er Vollgas hinterher, ich kann nur ein Getrappel wie von einen Pferd hören, und saust an mir vorbei, bis er gut 50 m vor mir ist. Dann wartet er, lässt mich vorbei, er hat ja noch was wichtiges zu tun, und kommt dann mit Karacho an mir vorbei. Ich sage Ihnen, der war vielleicht müde, als wir wieder zu Hause waren. Aber kaum hatte ich den Futternapf in der Hand, sprang er fast auf eine Kommode. Eben hatten wir ein wenig gerauft, das ist ein Bild zum Totlachen! Er quietscht dabei richtig süß. Wenn er mal etwas zu heftig zudrückt, leckt er mir die Hand: "entschuldige!"
Schade, dass ich ihn erst jetzt bekommen habe!  ;-)
Gelesen 208 x Zuletzt bearbeitet am Tuesday, 13 October 2020 20:44
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