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Ein Meilenstein für den Tierheimneubau - das Richtfest

  • Posted on:  Sunday, 13 September 2020 14:25
Ein großer Schritt ist geschafft – das neue Tierheim in Rosenheim durfte Richtfest feiern

Ein Satz zog sich wie ein roter Faden durch die Feier: „Wenn uns das jemand vor 5 Jahren prophezeit hätte, wir hätten ihn nur ausgelacht".

Tatsächlich steht jetzt der Rohbau des Tierheims, natürlich hätten wir das Richtfest in gern in einem richtig großen Rahmen gefeiert. Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten wir aber leider nur eine sehr begrenzte Anzahl Gäste einladen. Wir entschieden uns natürlich für die Vertreter der Firmen, die den Bau in so kurzer Zeit errichtet haben, Behördenbedienstete, die an der Planung beteiligt waren und die Bürgermeister der Gemeinden, die mit uns eine Fundtiervereinbarung haben. Mit unseren Mitarbeitern, ein paar besonderen Unterstützern und den Pressevertretern war das erlaubte Kontingent an Gästen erfüllt.

Natürlich trugen die Gäste Masken, Abstände wurden eingehalten und obwohl die Feier im Versammlungsraum stattfand, waren wir „fast" im Freien, da Fenster und Türen noch nicht eingesetzt waren und daher für reichlich Durchzug gesorgt war.

Eine erste Überraschung erwartete die Gäste bereits beim Betreten des Hauptgebäudes, dort befindet sich ein großer Raum, der zukünftig für Aktionen wie Schulunterricht im Tierheim oder Ferienprogrammteilnahmen genutzt werden soll. Unsere ehrenamtlichen Heinzelmännchen hatten hübsch gedeckte Tische aufgestellt und mit Blumenschmuck dekoriert. Dennoch hätte man in einem Rohbau kahle nüchterne Wände erwartet, unsere Gäste staunten daher nicht schlecht, dass die Wände mit jeder Menge Tierbilder verziert waren. Die Künstlerin Magdalena Nothaft hat sich die Mühe gemacht, die Bilder extra für uns zu malen. Die Bilder können auch gegen eine Spende zu Gunsten des Tierheims erworben werden.

Da nicht alle Gäste ganz pünktlich eintrafen, begann unsere 1. Vorsitzende mit ein wenig Verspätung ihre Ansprache. Zunächst begrüßte sie die vielen prominenten Gäste:
Unseren neuen Landrat, Herrn Otto Lederer
Unseren Abgeordneten im Bayerischen Landtag Herrn Klaus Stöttner
Unseren neuen 1. Bürgermeister der Stadt Rosenheim, Herrn Andreas März mit Familie und den 2. Bürgermeister Daniel Artmann
Herrn Stephan Schlier aus Bad Aibling
Herrn Alois Loferer aus Bad Endorf
Herrn Christian Glas aus Eggstätt
Herrn Stefan Lederwascher aus Flintsbach
Herrn Jürgen Gartner aus Griesstätt
Herrn Bernd Fessler aus Großkarolinenfeld
Frau Regina Braun aus Halfing
Herrn Peter Kloo aus Kolbermoor
Herrn Andreas Friedrich aus Prien am Chiemsee
Herrn Olaf Kalsperger aus Raubling
Herrn Christoph Vodermaier aus Riedering
Frau Maria Haimmerer und Herrn Haustetter aus Rohrdorf
Herrn Stefan Adam aus Schechen
Herrn Rudolf Leitmannstetter aus Vogtareuth
und den 2. Bürgermeister Herrn Werner Gartner aus Wasserburg
Herrn Markus Dick, Mitglied des Rosenheimer Stadtrats
Herrn Dr. Michael Helbing, den Leiter des Staatlichen Veterinäramts Bad Aibling
Von der Stadt Rosenheim den Leiter des Umwelt- und Grünflächenamts Herrn Ralf Seeburger sowie seinen Stellvertreter Herrn Andreas Kalz.

Außerdem unsere Kassenprüfer Andreas Bensegger und Manfred Voigt
Unseren Architekten Herrn Frank Wimmer
Unseren Landschaftsarchitekten Herrn Felix Finsterwalder
Unsere Sicherheitsbeauftragte Frau Maria Hagdorn
Unseren Projektleiter Herrn Hartmut Uttscheid
und alle ausführenden Firmen dieses großen Bauprojekts,
Bei der Feier anwesend waren die Firmen EST aus Miesbach, die Firma Wietzorek aus Oberaudorf, die Firma Graband & Ruppert GmbH aus Rosenheim, die Firma Huber und Sohn aus Eiselfing, die Firma Kreuzer-Metall-Glasbau GmbH aus Rosenheim, die Firma Lindauer Holzbau aus Griesstätt, die Firma Metallbau Seifried aus Rosenheim, die Firma Schliesswerk Bayern aus Stephanskirchen. Nicht anwesend war leider die Firma Schwaiger Bau, die den Hochbau errichtet hat, die aufgrund einer eigenen Veranstaltung aber leider verhindert war.

Die Gemeinde Raubling und die Firma Seifried hatten auch hübsch verpackte Geschenke mit allerlei Leckereien für unsere Schützlinge mitgebracht.

Hier betonte unsere 1. Vorsitzende auch voller Stolz, dass der Tierschutzverein großen Wert darauf gelegt hatte, mit regionalen Firmen zusammen zu arbeiten und dass daher auch bei Ausschreibungen nur regionale Firmen angeschrieben wurden. Die regionalen Firmen hätten mit viel Einsatz tolle Arbeit geleistet!

Zuletzt begrüßte unsere 1. Vorsitzende dann noch die 13 Tierheimmitarbeiter, darunter 3 Auszubildende, ihre Vorstandskollegen und die anwesenden ehrenamtlichen Unterstützer.
Danach ging Frau Thomas ein wenig auf die Geschichte des Tierheims ein. Die alten Gebäude waren in den 70er Jahren erbaut worden, die Bauweise war wohl eher kostensparend, die Gebäude wurden nie renoviert. Mittlerweile waren die Gebäude extrem marode und baufällig. Die Tierheim-Mitarbeiter mussten dort unter schwierigsten und unwürdigen Bedingungen arbeiten, ein Zustand, der auch aufgrund der extremen baulichen Mängel und Schäden nicht mehr länger zu dulden gewesen wäre. Frau Thomas bedankte sich an dieser Stelle bei den Mitarbeitern für ihre Leidensfähigkeit und ihr Durchhaltevermögen.

Leider sah es lange so aus, als ob wir keine Chance hätten, irgendwann einen Neubau hinzustellen. Trotzdem wollten wir für den Fall der Fälle gewappnet sein, ließen eine Machbarkeitsstudie erstellen und stellten schon mal eine Bauvoranfrage. Eine engagierte Tierfreundin, die interessanterweise nicht aus dem Landkreis kam, hatte sich über unser Tierheim informiert und vererbte dem Tierschutzverein zweckgebunden einen Betrag, der die Möglichkeit eines Neubaus völlig unerwartet in greifbare Nähe rückte.

Bei der Planung des Neubaus orientierte sich der Tierschutzverein an den Bedarfserfahrungen der letzten Jahre, so waren in 2019 554 Tiere, darunter 341 Fundtiere und 55 beschlagnahmte Tiere aufgenommen worden. Zusätzlich sind im Neubau auch noch kleine Bereiche für Pensionshunde und -katzen eingebaut, die sehr stark nachgefragt werden und und zumindest ein paar zusätzliche Einnahmen bringen sollen. Auch eine Reptilienstation für Schildkröten und Bartagamen ist vorgesehen und Vögel sollen zumindest vorübergehend aufgenommen werden können.

Frau Thomas wies darauf hin, dass etwa 70 – 80 % der im Tierheim aufgenommenen Tiere Fundtiere sind und dass viele dieser Fundtiere verletzt sind und hohe Kosten verursachen. Aufgrund der zeitnahen Veröffentlichung dieser Tiere in den Social Media konnte in den letzten Jahren aber der Anteil der Tiere, die wieder an ihre Besitzer zurückgegeben werden können, kontinuierlich gesteigert werden.

Wichtig ist auch, dass das Tierheim Rosenheim für solche Tiere an 7 Tagen in der Woche 24 Stunden erreichbar ist. Für diesen Service sind auch die verschiedenen Polizeistationen sehr dankbar, die auch mal um 3.00 Uhr morgens einen Fundhund bei uns abgeben können.

Frau Thomas betonte, dass das Tierheim sich als moderne Fundtierstation für die Gemeinden etablieren will. Ein anderes wichtiges Ziel des Tierheims ist die Kinder- und Jugendarbeit, da auf diesem Weg Tierschützer für die Zukunft gewonnen werden können. Auch kulturelle Projekte wollen wir in unserem neuen Versammlungsraum verwirklichen, das Tierheim soll ein wichtiger Teil der Gesellschaft werden und in das öffentliche Leben eingebunden werden.

Trotzdem erwähnte Frau Thomas auch einen Wermutstropfen: Obwohl gerade bei den Katzen der überwiegende Teil der Tiere Fundtiere sind, werden die Ausgaben von 600 000 Euro im Jahr fast überwiegend durch private Spenden abgedeckt. Frau Thomas appellierte daher an die anwesenden Bürgermeister, ihre Fundtierpauschalen zu überdenken und zu überlegen, ob nicht (zumindest weitergehende, wenn auch nicht) kostendeckende Vereinbarungen machbar seien.

Zum Abschluss bedankte Frau Thomas sich noch bei der Bäckerei Schmid in Raubling, die den gesamten Richtschmaus in Form von belegten Brötchen und allerlei süßem Backwerk gestiftet hatte, bei der Flötzinger Brauerei, bei Auerbräu und bei der Firma Stettner für die Getränke und bei Bavarista für die Kaffeemaschine samt Kaffee und Ausschank. Natürlich blieben auch die vielen ehrenamtlichen Heinzelmännchen, die alles vorbereitet hatten und für einen reibungslosen Ablauf sorgten, nicht unerwähnt.

Frau Thomas übergab dann das Wort an Oberbürgermeister Andreas März, selbstverständlich erst, nachdem das Mikrofon wie auch nach allen weiteren Rednern desinfiziert worden war.

Der Oberbürgermeister erläuterte, dass es ein besonderes Ereignis sei, so viele Landkreisbürgermeister versammelt zu sehen, da es extrem schwierig sei, so viele Bürgermeister zu einer Veranstaltung zu bekommen. Zugleich würdigte er aber die ehrenamtliche Arbeit des Tierheimvorstands und sagte zu, diesen nach Kräften zu unterstützen. Tierschutzarbeit sei eine mühsame und belastende Arbeit, die einen großen Einsatz erfordere und dazu viel Geld koste.
Herr März bewunderte die Leistung der Tierheimmitarbeiter in den maroden Gebäuden, sprach auch dem Vorstand seine Bewunderung für die große Ausdauer und den großen Einsatz aus. Auch der Neubau, der durch eine zweckgebundene Spende möglich geworden sei, sei eine große Herausforderung. Das Tierheim Rosenheim habe einen sehr guten Ruf, sei ein wichtiger Ansprechpartner in allen Fragen des Tierschutzes und leiste eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit, vor allem auch in den Social Media. Nach weiteren anerkennenden Worten wünschte der Oberbürgermeister dem Tierschutzverein viel Glück und Erfolg für den Neubau.

Eigentlich sollte der Richtbaum natürlich auf dem Dach befestigt werden, dies war jedoch nicht möglich, er wurde daher auf dem höchsten vom Versammlungsraum einsehbaren Ort auf dem Baugerüst aufgestellt. Herr Lindauer von der Schreinerei Lindauer aus Griesstätt trug als Vertreter der am Bau beteiligten Zimmerleute einen netten gereimten Richtspruch vor, leerte zur Feier des Richtfestes ein Glas Sekt und warf dieses vom improvisierten „Dach". Das Glas tat seine Pflicht und zerschellte, was dem Bau nach hergebrachtem Brauch Glück bringen soll.

Architekt Frank Wimmer bedankte sich für den großen Auftrag und wies nochmal darauf hin, wie schön es sei, dass der Tierschutzverein als "Privatperson" regional ausschreiben konnte und dass ausschließlich regionale Firmen beschäftigt worden waren.

Auch der Projektleiter Hartmut Uttscheid schlug in die gleiche Kerbe und bedankte sich ausdrücklich bei den beteiligten Firmen, ohne deren großes Engagement es nicht möglich gewesen wäre, den Rohbau so schnell hochzuziehen, für die tolle Zusammenarbeit sowie bei dem ganzen an der Planung beteiligten Team. Herr Uttscheid zeigte sich zuversichtlich, dass bereits Ende des Jahres die Tiere umgezogen werden könnten.

Beim folgenden Richtschmaus sowie den Führungen durch Frau Thomas, Herrn Uttscheid und Herrn Wimmer wurden noch viele Fragen beantwortet und Gespräche geführt. Wir glauben herausgehört zu haben, dass bei den anwesenden Bürgermeistern und Entscheidungsträgern durchaus Interesse am Tierschutz besteht und dass unsere Chancen, mehr Unterstützung zu bekommen, ganz gut stehen.

Alles in allem war es ein wunderschönes Fest, wir hoffen, bei der Eröffnung des neuen Tierheims dann wieder richtig viele interessierte Gäste einladen zu können!

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