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Freitag 26.06.2020

  • Posted on:  Friday, 26 June 2020 21:04
Ein ganz besonderes Sorgenkind war unsere Whoopie. Das zarte Katzenmädchen war als Fundkatze ins Tierheim gekommen, sie war in schlechten Allgemeinzustand, zaundürr und hatte miserable Zähne. Bei uns wurde sie natürlich tierärztlich versorgt, die Zähne wurden saniert, eigentlich hätte es ihr also besser gehen müssen. Kaum waren die ersten Malaisen behoben, bekam sie aber Verdauungsprobleme, der Verdacht auf Darmkrebs konnte weder bestätigt noch wirklich ausgeschlossen werden. Unsere Pfleger gingen daher davon aus, dass die wahrscheinlich sehr kranke Katze dauerhaft bei uns bleiben würde. Eine Interessentin verliebte sich in das Bild der hilfsbedürftigen Katze, sie ist vom Fach und wird sich um die weitere medizinische Versorgung kümmern. Sie ist sich auch bewusst, dass Whoopies Lebenserwartung möglicherweise sehr begrenzt ist und will Whoopie die ihr verbleibende Zeit so schön wie möglich machen.

Da unser schöner Teich leider den Bauarbeiten zum Opfer gefallen ist, wohnen unsere Wasserschildkröten jetzt im Sommergarten unserer Tierheimleiterin in schönen großen Becken. Die haben den Vorteil, dass man Fundschildkröten auch wieder rausfangen kann, wenn sich die Besitzer melden. Eine neue Fundschildkröte ist Rotwangenschmuckschildkröte Lilly, die uns aus Flintsbach gebracht wurde. Natürlich werden gerade Rotwangen, die als winzige Tierchen verkauft wurden, immer wieder ausgesetzt, weil sie im heimischen Aquarium nicht mal mehr umdrehen können, andererseits sind Schildkröten natürlich aber auch Ausbrecherkönige, die auf der Suche nach einem netten Partner sehr entschlossen auf Wanderschaft gehen. Wir hoffen daher sehr, dass Lilly ein Ausbrecher ist, der von seinen Besitzern wieder abgeholt wird.

Ein weiterer Findling aus der Reptilienabteilung ist eine wunderschöne Bartagame, die in Rosenheim Happing bei den Findern vor der Haustür saß. Bartagamen sind so ziemlich die billigsten Reptilien, die man kaufen kann, im Internet bekommt man sie teilweise schon für 5 Euro. Entsprechend unüberlegt und ohne Fachkenntnis werden sie angeschafft. Unser Findling wollte sich bei den Findern hingebungsvoll sonnen und war ganz und gar nicht begeistert, als sein Sonnenbad gestört wurde. Bartagamen zeigen ihr Befinden durch ihre Farbe, auf die Störung reagierte Barti mit einer deutlichen Dunkelfärbung von Bart und Schwanz. In einem unserer immer bereit stehenden Terrarien hat unsere Fachfrau für Reptilien ihn durch eine Wärmelampe und eine schmackhafte bartagamengerechte Brotzeit wieder versöhnt.

Ein Fundkaterchen wurde uns aus Rosenheim Finsterwalderstr. gebracht. Seit einigen Tagen schon hatte man in der Garage Katzenspuren gefunden, es ließ sich jedoch zunächst keine Katze blicken. Gestern hatte das Katerchen anscheinend so dringenden Kohldampf, dass es die Nähe der Menschen nicht mehr scheute und sich in der Hoffnung, gefüttert zu werden, von ihnen einfangen ließ. Das schmutzige Katerchen ist kastriert, aber leider nicht gekennzeichnet. Natürlich wurde ihm gleich bei seiner Ankunft bei uns eine reichliche Brotzeit serviert, die er mit deutlichem Vergnügen restlos vertilgte.

Ein weiteres Katerchen wurde in Großkarolinenfeld gefunden. Der kleine Mann machte laufhals maunzend auf sich aufmerksam und wurde von den Findern zu uns gebracht. Er ist gerade mal 8 Wochen alt und damit viel zu klein, alleine draußen rumzulaufen. Katerle ist sehr zutraulich und hat sich sehr gefreut, in ein Zuhause mit lecker gefüllten Näpfem gebracht zu werden. Leider ist er nicht gekennzeichnet.




Lewis kam als Fundhund zu uns und war anfangs ein schrecklicher Angsthase: selbst Menschen die er täglich sah, durften ihm nicht zu nahe kommen und wurden hingebungsvoll verbellt. Eine Interessentin hatte viel Geduld und nahm Lewis schließlich zu sich. Lewis hat bei ihr tolle Fortschritte gemacht und gewinnt immer mehr an Vertrauen:
Hallo Holger, Ramona und Chris,
seit ein paar Tagen gehört Lewis jetzt ganz offiziell  zu mir. Das halbe Jahr ist abgelaufen und ich bin heilfroh darüber.
Lewis entwickelt sich toll. Das was ich jetzt nach so kurzer Zeit schon mit ihm machen kann, hätte ich anfangs nicht für möglich gehalten.
Zuhause hat er sich soweit gut eingelebt. Wenn wir mal nicht unterwegs Gassi sind, ist er nur am Faulenzenund Schlafen. Er schläft zuhause viel und genießt die Ruhe.
Das was mich am meisten freut ist, dass ich ihn draußen schon problemlos von der Leine lassen kann. Der Abruf funktioniert super und er bleibt immer in Sichtweite. Er liebt das herumtollen und freut sich über jeden Hund der ihm begegnet und mit ihm spielt.  
Zum Glück hat er bis jetzt noch keine negativen Erfahrungen gemacht.  Auch anderen Menschen begegnet er mittlerweile total selbstbewusst und beschnüffelt sie sogar. Sofern die keine plötzlichen Bewegungen machen oder versuchen ihn zu streicheln,  verbellt er sie auch nicht.  Andere Menschen mit Hund sind ihm dabei natürlich immer lieber aber grundsätzlich sind sie ihm egal, solange sie nichts von ihm wollen.
Zu Tierheim Zeiten, musste er sich bei jedem Menschen erstmal hinlegen und abwarten um zu erkennen, dass die Situation ungefährlich ist. Mittlerweile kann ich ihn sogar mit in den Biergarten nehmen. Wie andere „normale Hunde“ verhält er sich zunächst neugierig und legt sich dann hin.
Bei meiner Familie war er jetzt auch schon des Öfteren, auch alleine. Er verhält sich zwar noch zurückhaltend aber versteht auch langsam, dass sie nichts Böses von ihm wollen und frisst ihnen die Wiener auch schon aus der Hand.
Alles in allem entwickelt er sich wirklich toll und legt allmählich seine Ängste ab.  Er hat unglaublich viel und schnell dazu gelernt. Viele Dinge, die anfangs schwierig erschienen, sind jetzt absolut kein Problem mehr.
Ich bin unglaublich froh und dankbar, ihn zu haben. Mit ihm  ist das Leben einfach schöner .
LG

Von unserer Flocke bekommen wir immer wieder schöne Nachrichten, sie war jetzt in Urlaub in Kroatien und hat dort auch eine Hundeliebe kennengelernt.






Von den Katzen Mika und Ronny gibt es ebenfalls gute Nachrichten:
Liebes Tierheimteam
Mika und Ronny sind jetzt drei Monate bei uns und fühlen sich sichtlich wohl.
Mika ist unsere Prinzessin.  Süss, verspielt, dabei auch schüchtern gepaart mit einer Capriziosität, welche uns oft zum Lachen bringt. Sehr wählerisch was das Futter betrifft. Bei guter Wahl ist es schnell weg. Besonders saftiges Hähnchen ist so ein Genuss, dass mit der Pfote um schnelleres liefern des Fleisches gefordert wird. Wehe es sagt überhaupt nicht zu, dann läuft sie mit einem verächtlichen Laut und erhobenen Schwanz davon. Gerne ist sie draußen bei gutem Wetter und erfreut sich an den Vögeln, Eidechsen und besonders den Mäusen. Es passiert, dass das eine oder andere Tod oder lebendig gebracht wird. Gerne kuschelt sie, besonders früh kommt sie ins Bett und legt sich vorzugsweise auf den Bauch des Personals  oder in die Kniekehle. Sie ist so viel am Rennen und spielen, dass wir es nicht glauben können,  dass sie 10 plus ist.
Ronny ist ein besonderer Kater.  Er ruht in sich, kennt kein fauchen oder kratzen., wird in der früh oder wenn er was will, doch fordernd in Form von laut Maunzen, was sich anhört wie  das Geräusch einer Schnarre gemischt mit löwenartigem Gebrüll. Da rennt das Personal gerne. Auch liebt er das kontrollieren seiner Umgebung mit Besuchen diverser Nachbarn da es dort auch gemütliche Stellen mit Streicheleinheiten (wenn Glück) geben kann. Alles ist seins. Er liebt es Menschen in der Nähe zu haben genauso wie Mika, aber er braucht viel streicheln und fordert dieses ein. Immer läuft er mit erhobenen Schwanz und grüsst. Er ist eine gemütliche Katze. 
Wir haben viel  Freude mit den beiden, sie vertragen sich gut miteinander. Wir sind froh die beiden zu haben.

Hundesenior Bruno hat uns einen Bericht geschickt, wie es ihm und seinem Besitzer in den schweren Coronazeiten beim Leben im Heim ergeht:
Hallo Freunde!
Jetzt habt Ihr lange nichts mehr von mir gehört. Ja, ich lebe noch. Es ist jetzt zwar nicht mehr so schön wie noch vor vier Monaten. Da durfte ich jeden Tag mit meinem Herrchen und seiner Freundin Patricia zur Isen wandern, wo ich ganz viele Freunde traf, einen hellen Basset wie mich, einen Sheppard, mehrere Pudel, Dackel u. a. Selbst als Herrchens Rollstuhl im Januar einen Plattfuß hatte, waren wir jeden Tag unterwegs. Aber dann kam Corona, und alles wurde anders, bis auf den Plattfuß.
Wir durften nicht mehr raus, nicht mal aus dem Zimmer. Nur Herrchen durfte mit mir auf meine Wiese, die ist meine Toilette. Aber danach mussten wir sofort wieder hinein. Auch Herrchens Freundin durfte nicht zu uns kommen. Das nennen die  Menschen Quarantäne, dabei war bei uns nichts los! Nach vier Wochen durfte unsere Freundin wieder zu uns kommen, und eine Woche später durften wir drei in den Garten. Aber weg konnten wir nicht, zum einen wg. Corona, zum anderen, weil Herrchens Rollstuhl nicht mehr fuhr. Er schrieb sich ab Anfang März die Finger wund und rief täglich an, aber es kam niemand von der Firma. Endlich, im Mai, erreichte Herrchen, dass die Krankenkasse 1.300€ Euro locker machte, sodass der Rollstuhl ein bisschen repariert werden konnte. Er bekam 4 neue Felgen, 4 neue Schläuche, 4 neue Reifen, und die Elektronik wurde ein wenig durchgesehen. Aber bei der Rückführung hatte er einen Plattfuß. Nach eineinhalb Wochen wurde der Reifen an einem Samstag vorm Heim mittels einem neuen Schlauch repariert. Als Herrchen zurück ins Haus fuhr, brach der Rollstuhl in der Mitte durch. Vier Tage später ließ er sich auch nicht mehr laden. Seither fährt Herrchen rückwärts, oder er wird von unserer Freundin geschoben, was sie jedes mal völlig fertig macht! Der Rollstuhl läuft immer schlechter. Das ganze ist besonders schrecklich, weil wir eigentlich eine vorgegebene Strecke an der Bahn entlang wandern dürften! Stattdessen muss ich meine Studien fortsetzen. Vor 14 Tagen war der Chef des Sanitätsgeschäftes  aus Haag mit einem Mitarbeiter hier und nahm Herrchens Daten, wie Größe, Gewicht u. a., auf. Aber wir rechnen trotzdem, dass Herrchen frühestens im Oktober einen neuen Rollstuhl bekommt, wenn es nicht wieder ein alter, heruntergerockter Rollstuhl wird!
Was mich betrifft, wisst Ihr ja, dass ich Professor bin. Im letzten Herbst fand ich in einem Busch eine Igelfamilie. Jetzt sollte mich vor vier Wochen eine weitere Freundin, die auch im Tierschutz tätig ist, abholen und zur Tierärztin bringen. Aber sie verspätete sich um eine Stunde. Diese Zeit nutzte ich für meine Studien. Auf meiner Toilettenwiese war das Gras sehr hoch, und deshalb ging ich einer Spur nach. Ich lief regelrecht im Zickzack und fand nach über einer halben Stunde eine kleine Maus. Ich fing sie ein - am Schwanz - und lief mit ihr in meine Wiese, wo ich mit ihr im hohen Gras spielte. Herrchen war in hellem Aufruhr, denn er dachte, ich würde sie töten und essen, aber das mache ICH doch nicht. Ich bin doch Professor Bruno! Dann kam die Frau und brachte mich zur Ärztin. Sie war sehr nett, aber dann tat sie mir weh, sie piekste mich einige male. Hinterher sagten sie, ich sei jetzt gegen alles geimpft. Dann schaute sie mir in den Mund und meinte, ich hätte ein tolles Gebiss. Nur zwei Zähne sind noch etwas gelb, und ein Zahn muss behandelt werden. Aber Herrchen kommt  mit dem Schrott nicht weg, und  außerdem wohnen wir im Altenheim, von wo wir nicht weggelassen werden nach Brannenburg, zu Herrchens Tierarzt, denn die Freundin ist im Krankenhaus, und Ihre Tierärztin kennt er nicht. Wenn Herrchen nicht bald einen neuen Rollstuhl bekommt, schafft der Händler es noch, dass Herrchen ein ganzes Jahr lang mit dem Schrott leben musste.
Soviel für dieses mal von Eurem Professor Bruno. Ich wünsche Euch, dass Ihr nie mit diesem Corona zusammenkommt und in Quarantäne, Euer Bruno. Auch Herrchen lässt Euch herzlich grüßen.
Gelesen 259 x Zuletzt bearbeitet am Saturday, 27 June 2020 22:44
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