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10.10.2018 Welthundetag

  • Posted on:  Wednesday, 10 October 2018 21:03
Heute ist mal wieder Welthundetag. Normalerweise erzählen wir zu diesem Tag immer etwas über bestimmte Hundegruppen, wir hatten schon schwer vermittelbare Hunde, besonders große und besonders kleine Hunde und viele ähnliche Themen.
Heute wollen wir aber anläßlich dieses besonderen Tages über einen ganz besonderen Hund berichten.
Geboren wurde er in Spanien, so klein der Welpe auch war, es war bereits abzusehen, dass aus ihm ein ungewöhnlich großer Hund werden würde. Schon bald wurde er von seinem Besitzer an die Kette gelegt. Tosco kannte weder regelmäßige ausreichende Mahlzeiten noch die Sicherheit einer angemessenen Unterkunft. Da er bald lernte, dass das Futter nie ausreichte, seinen Hunger zu stillen, fing er an, dieses auch gegen andere Hunde mit Einsatz seiner beachtlichen Größe und seines Gewichts mit seinen Zähnen zu verteidigen.
Tosco galt daher als bösartiger und bissiger Hund, den man auf keinen Fall von der Kette lassen konnte.
Irgendwann kam dann aber die Wende in seinem Leben, als Menschen, deren Spracher er nicht verstand, vor seinem Verschlag standen und ihn unbedingt mitnehmen wollten. Nach einem langen Flug landete Tosco in einem neuen Zuhause, in dem er in einen geräumigen Zwinger einziehen durfte. Schnell kam Tosco zu der Überzeugung, dass er den Sechser im Lotto (oder wie die Spanier sagen: El Gordo) gewonnen hatte. In seinem neuen Zuhause war es warm, im Winter hatte er sogar Fußbodenheizung, zweimal täglich wurde ein richtig gut gefüllter Futternapf in seinen Zwinger gestellt!
Tosco war überglücklich, so ein tolles Zuhause hatte er ja bis dahin nie kennengelernt. Seine Pfleger lernten auch schnell, dass Tosco seine Vorderzähne nicht zeigte, weil er in irgendeiner Weise aggressiv war, sondern dass dieses Zeigen der Zähne bei Tosco das Zeichen eines richtig breiten glücklichen Grinsens war.
Besonders toll fand Tosco es immer, wenn in seinem neuen Zuhause Tag der offenen Tür war. Auch wenn seine Kollegen im Hundehaus sich über die vielen fremden Menschen aufregten und sich die Seele aus dem Leib bellten, Tosco saß immer mit einem seligen Grinsen ganz dicht am Gitter und forderte alle Besucher mit seelenvollem Blick dazu auf, ihn doch bitte bitte bitte so richtig durchzuknuddeln.
Eine gewisse Berühmtheit erlangte Tosco als Dr. Tosco, der wertvolle Tipps zur Haltung von Menschen gab!
Noch besser wurde Toscos Situation, als er Gassigeher fand, die wirklich fast jeden Tag mit ihm spazierengingen, dazu eine Gassigeherin die ihn einmal in der Woche auf dem großen Hundeplatz laufen ließ. Obwohl er jetzt schon viele Jahre in seinem Zuhause, dem Tierheim, verbracht hatte, hatte Tosco sich einen kindlichen Charakter bewahrt, und forderte seine diversen Gassigeher auch gelegentlich etwas zu intensiv zum Spielen auf. Dass die Gassigeher von seinen Freundschaftbekundungen gelegentlich auch blaue Flecken davontrugen und dass sie darauf achten mussten, von Tosco nicht einfach umgerannt zu werden, fand Tosco eher lustig. Nie wäre er aber auf die Idee gekommen, seine Gassigeher aus unfreundlichen Gründen anzugehen oder gar umzurennen, alles was er "anstellte", war freundschaftlich motiviert und einfach seiner Größe geschuldet.
Auch wenn er sich seinen jugendlichen Charme bewahrte, wurde Tosco doch älter, und wie bei einem Hund seiner Größe zu erwarten, traten auch allerhand Zipperlein auf. Seine Gassigeher fuhren daher mit ihm zu einer sehr netten Physiotherapeutin, bei ihr lernte Tosco allerhand Übungen, die vor allem die Muskulatur der Hinterbeine stärken sollten. Auch hier blieb Tosco aber seinem Charakter treu, machte brav jede ihm noch so unsinnig erscheinende Übung mit und fand es einfach toll, dass sich jemand mit ihm beschäftigte.
Etwas erstaunt war er, als seine Pfleger in seinen Zwinger kamen und sein schönes gemütliches Körbchen samt Decke einfach auf und davon trugen. Sollte es mit dem Luxusleben jetzt womöglich wieder vorbei sein? Aber weit gefehlt, wenig später standen die Pfleger mit einem Ungetüm von Matratze wieder vor der Tür. Tierliebe Menschen hatten für Tosco eine Matratze gespendet, die ihm bei seinen Hüftbeschwerden Erleichterung verschaffen sollte.
Toscos Menschen waren immer wieder traurig, weil er sein ganzes Leben im Tierheim verbringen musste, Tosco dagegen, der ja nie ein besseres Leben kennengelernt hatte, war mit seinem Los mehr als zufrieden: ein warmer Zwinger, satt zu essen, ein tolles Bett, einen schönen großen Freilauf am Zwinger, jeden Tag mindestens einmal Gassi oder auf den Platz - konnte es für einen Hund ein besseres Schicksal geben?

Seit ein paar Tagen kommt Tosco jetzt aus dem Staunen nicht mehr heraus: es geht tatsächlich noch besser, sogar viel besser! Eine nette Familie, die immer Hunde gehabt hatte, darunter auch Herdenschutzhunde las im Internet über Toscos Schicksal und wollte ihn unbedingt kennenlernen. Das erste Treffen verlief absolut positiv, Toscos Grinsen wurde als freundschaftliches Gesicht erkannt, auch dass Tosco dazu neigt, die Hände von Menschen, die er gern mag, ins Maul zu nehmen, war kein Problem.

Nach einer kurzen Überlegungsphase beschlossen die Interessenten, dass Tosco genau der richtige Hund für sie wäre. Tosco lebt bei ihnen auf einem 2000 m² großen Grundstück, in der beheizten Werkstatt liegt seine Spezialmatratze, die er mitnehmen durfte, er kann jederzeit ungehindert auf dem Grundstück herumwandern und es bewachen. Nachbarn gibt es fast keine, fremde Passanten kommen an dem abgelegenen Grundstück praktisch nicht vorbei.

In den wenigen Tagen haben wir bereits sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, Tosco benimmt sich vorbildlich, mit dem Neffen der Familie geht er absolut vorsichtig um, er benimmt sich bestens und tut so, als hätte er immer schon in einer liebevollen Familie gelebt.

Ganz besonders haben wir uns über eine Nachricht gefreut, die wir heute bekommen haben: "Ihr habt uns den besten Hund der Welt vermittelt."

Das Schicksal von Tosco zeigt uns wieder einmal, dass es nicht umsonst ist, auch viele Jahre auf ein passendes Zuhause für einen Hund zu warten. Wir hoffen nun sehr, dass unser Kasper, der auch im Alter immer noch verspielt und übermütig ist, noch ganz ganz viele Jahre bei guter Gesundheit im neuen Zuhause leben darf!

Machs gut, Dicker und halt die Ohren steif! *Tränen ganz tapfer verdrück* *trotzdem heul*
Gelesen 246 x Zuletzt bearbeitet am Wednesday, 10 October 2018 23:15
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