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Welthundetag 2015

  • Posted on:  Saturday, 10 October 2015 10:58
Nachdem wir bereits im Juni den Tag des Hundes des Deutschen Hundeverbandes gefeiert haben, ist heute am 10.10.2015 der Internationale Tag des Hundes!

Anlässlich dieses Gedenktages haben wir uns einige Gefanken üper die Vermittlung unserer schwierigeren Hunde gemacht:

Grundsätzlich ist es ja die Aufgabe eines Tierheims, Tiere vorubergehend aufzunehmen, die aus welchen Gründen auch immer ihr Zuhause verloren haben, und diese sobald wie möglich an neue passende Besitzer weiterzuvermitteln. Vor allem bei den Hunden und Katzen gibt es aber immer wieder besonders schwierige Fälle, für die sich kein passender Besitzer findet und die daher für lange Zeit, womöglich sogar lebenslang, im Tierheim bleiben müssen.
Immer wieder taucht dann die Frage auf, ob ein Leben im Tierheim für das Tier überhaupt lebenswert ist und ob es für diese Tiere nicht doch irgendwann sogar besser wäre, sie einzuschläfern.

Unserre Haltung in dieser Frage ist klar: Jedes Tier hat ein Recht auf Leben. Ist es nicht vermittelbar, bemühen wir uns , ihm zumindest das Leben im Tierheim so angenehm wie möglich zu machen. Auch in unserem Tierheim leben einige Hunde schon seit Jahren, weil sie extrem schwierig oder nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen vermittelbar sind. Wir lieben auch diese Hunde und versuchen ihren besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Der größte unter ihnen ist Tosco, der aufgrund seiner herdenschutzhundtypischen Eigenschaften  und einer Futteraggression nur sehr eingeschränkt vermittelbar ist. Der verschmuste Tosco bekommt jedoch jede Menge Streicheleinheiten und darf jeden Tag spazierengehen. Da er durch Alter und Größe bedingt mittlerweile einige Beschwerden mit dem Bewegungsapparat hat, bekommt er Physiiotherapie und macht nur noch kurze schonende Spaziergänge. Gern geht er jedoch auf den großen Hundeplatz und erzieht dort als Dr. Tosco seine Gassigeher.



Nur wenig kleiner ist der Bordeauxdoggenrüde Charly, der mit unglaublich vielen Ängsten ins Tierheim gebracht wurde. Nach wie vor hat Charly diese Ängste nicht ganz abgelegt, vor allem fremde Männer empfindet er schnell als bedrohlich. Dennoch hat Charly bereits sehr viel gelernt und wird irgendwann ein ganz normales Hundeleben führen können!




Manjush dagegen wird wohl nie soweit kommen, dass er in einer normalen Famile leben kann. Manjush steckt ebenfalls voller Ängste, ihn anzufassen oder gar mit ihm spazieren zu gehen ist nicht möglich. Dennoch hat auch Manjush Menschen, denen er soweit vertraut, dass sie jeden Tag mit ihm einige Zeit auf dem Hundeplatz verbringen können. Da Manjush mit anderen Hunden kaum Probleme hat, darf er dort auch immer wieder mit anderen Hunden spielen, so dass für ausreichend Unterhaltung und Abwechslung gesorgt ist.



Ähnlich schwierig ist Bella, die ein extrem überschäumendes Temperament hat. Sie lässt sich zwar anfassen und kann auch spazieren gehen, muss dabei aber einen Maulkorb tragen, da sie sehr dazu neigt, nach unschuldigen Spaziergängern, die zu nahe an ihr vorbeigehen, zu schnappen und mindestens die Hosenbeine zu zerfleddern.




Dass Huskyhündin Yoko voller Mißtrauen Menschen gegenüber steckt, ist aufgrund ihrer Vorgeschichte leicht nachvollziehbar. Leider hat Yoko gelernt, dass sie sich gegen Mißhandlungen am besten wehrt, wenn sie in ihr bedrohlichen Situationen nach vorne losgeht. Sogar Yoko hat aber eine Gassigeherin, der sie vertraut und mit der sie auch Spaziergänge machen kann und von der sie jeden Tag beschäftigt wird.




Auch unsere schwierigsten Hunde haben daher genug Abwechslung und Unterhaltung, so dass wir ihr Leben durchaus für lebenswert halten. Die Hunde, die darauf Wert legen, bekommen auch ihre Streicheleinheiten und werden von unseren Ehrenamtlichen, die sich viel mit ihnen abgeben, beschmust und bekuschelt.

Zu unserer ganz großen Freude haben wir es im Verlauf des letzten Jahres auch geschafft, so einige unserer Langzeitinsassen, die schon jahrelang im Tierheim gelebt hatten, doch noch an tolle Plätze zu vermitteln und bekommen von ihnen auch nach wie vor nur positive Rückmeldungen.
Dies bestärkt uns darin, keinen unserer Hunde aufzugeben und fest daran zu glauben, dass sich für jeden früher oder später eine Chance auf ein Leben in einem schönen Zuhause auftut, die genutzt werden muss.

Ein hoffnungslos scheinender Fall war Labrador Pablo, der bereits mit einer schwierigen Vorgeschichte bei uns gelandet war. Recht optimistisch haben wir ihn vermittelt, innerhalb kurzer Zeit wurde er wegen eines Beißvorfalls zurückgebracht. Auch eine zweite Vermittlung scheiterte recht schnell, die Chancen auf eine weitere endgültige Vermittlung waren damit fast auf Null gesunken. Tatsächlich fand sich jedoch genau der richtige Platz für Pablo. Sein neuer Besitzer genießt seine Rente, indem er Reisen mit dem Wohnmobil unternimmt, auf denen Pablo ihn immer begleiten darf. Mittlerweile haben wir schon einige Rückmeldungen bekommen, die zeigen, dass Pablo sich zum absolut zufriedenen und entspannten Reisebegleiter entwickelt hat, der sich einfach nur freut, mit seinem Menschen zusammen zu sein.

So klein und putzig Sambo st, so bissig war er leider auch. Sambo war fest entschlossen, sich nur von Menschen anfassen zu lassen, die er gut kannte und denen er absolut vertrauen konnte - und aus Sambos Sicht waren das nur sehr wenige Menschen. Gassigeher, die irgendwann dachten, Sambo würde sie jetzt gut genug kennen, trugen des öfteren blutige Schrammen davon. Auch bei Sambo waren bereits mehrere Vermittlungsversuche gescheitert. Warum er ausgerechnet das junge Paar, das mit ihm Gassi ging, bereits nach kurzer Zeit in den Kreis der absolut vertrauenswürdigen Menschen aufnahm, wissen wir nicht. Sicher ist, dass Sambo überzeugt war, die Richtigen gefunden zu haben und sich bei ihnen von seiner besten Seite zeigte. Mittlerweile lebt er schon seit geraumer Zeit bei seinen neuen Menschen, hat sein Vertrauen auch auf weitere Familienmitglieder ausgedehnt und ist rundum glücklich.

Wesentlich weniger schwierig hätte eigentlich die Vermittlung von Aramis sein sollen. Immerhin ist der große Jagdhundrüde ein menschenfreundlicher und verschmuster Hund. Offensichtlich fühlten sich aber viele Interessenten durch Aramis doch recht überschäumendes Temperament und seinen natürlich vorhandenen Jagdtrieb überfordert. Aramis saß daher einige Jahre im Tierheim, die Vermittlungschancen wurden natürlich mit den Jahren nicht besser. Für den bewegungsfreudigen Aramis war das Leben im Zwinger trotz aller Spaziergänge doch recht belastend. Nach Jahren fand sich jetzt doch eine Familie, die es mit dem lebhaften Aramis versuchen wollte - und siehe da, auf den Fotos, die wir immer wieder geschickt bekommen, zeigt sich mittlerweile ein sehr viel ruhigerer und entspannter Aramis, der das Leben in seiner Familie sehr genießt.

Ebenfalls menschenfreundlich, dafür aber schon älter, krank und nicht ganz stubenrein war unser Jacko. Zudem neigte Jacko auch noch dazu, alle möglichen Gegenstände zu zerlegen, wenn er allein gelassen wurde. Jacko durfte vorn bei unseren Bürohunden mitlaufen und war zufrieden, wenn er im Büro auf seiner Couch liegen und sich gelegentlich durchknuddeln lassen konnte. Jacko gehörte daher schon mehr oder weniger zum Inventar, wir waren fast sicher, dass Jacko seinen Lebensabend als Bürohund bei uns verbringen würde. Zu unserer Überraschung fand sich aber auch für Jacko eine Interessentin, die gezielt auf der Suche nach einem älteren Hund war und die sich von Jackos schlechten Angewohnheiten nicht abschrecken ließ. Der oft etwas eigenwillige Jacko war von seiner neuen Besitzerin ebenfalls sofort begeistert. Unter dem Namen Camillo ist er in ein neues Leben aufgebrochen, in dem er nicht nur geliebt und verwöhnt wird, sondern erstaunlicherweise auch seine alten Unarten hinter sich gelassen hat.

Nach all diesen Ermittlungserfolgen sind wir zuversichtlich, dass sich für jeden unserer "Unvermittelbaren" früher oder später ein kleines Wunder ereignet und er doch noch auf einen für ihn geeigneten Platz ziehen dar!
Gelesen 1306 x Zuletzt bearbeitet am Saturday, 10 October 2015 12:32
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